Bart waschen | Womit und wie häufig?

Du musst deinen Bart waschen – und zwar regelmäßig! Kaum ein Pflegeritual hat einen so starken Einfluss auf die Gesundheit, das Gefühl beim Anfassen und das Aussehen deines Bartes. Deshalb gehört eine korrekte Waschroutine zum Repertoire eines jeden Bartmannes. In diesem Beitrag kümmern wir uns um die wichtigsten Bestandteile deiner Bartpflegeroutine, insbesondere um Häufigkeit und die Wahl des richtigen Shampoos.

Warum überhaupt Bart waschen?

Das Klischee, Bärte seien an sich ungepflegt oder unhygienischer als ein tadellos rasiertes Gesicht, hält sich wacker… und wenn ich ehrlich bin sind die Sorgen an sich nicht ganz unberechtigt. Technisch gesehen dient dein Bart nämlich als riesiger Staub- und Schmutzfänger, ein Filter, der Fremdkörper von Mund und Nase fern hält, weil sie in deinem Bart landen.

Das Gesicht eines durchschnittlichen Menschen bekommt heutzutage eine gute Portion Abgase, Schmutz und Keime ab. Zeitgleich produziert deine Haut eigenständig Talg, der sie vor Austrocknung schützen soll. Kommen diese beiden Faktoren zusammen, sind Entzündungen und Pickel nicht mehr weit entfernt. Deshalb ist es an sich allein aus hygienischen Aspekten sinnvoll und notwendig, deinen Bart regelmäßig zu waschen. Nein, nicht nur mit Wasser, sondern mit einem Shampoo, das das Gemisch aus Fett und Schmutz vollständig von deiner Haut und deinen Barthaaren löst.

Außerdem solltest du nicht außer Acht lassen, dass Haut und Haare einem ewigen Regenerationszyklus unterworfen sind. Das bedeutet, Barthaare und Hautzellen sterben ab und müssen neuen Haaren und Zellen weichen. Zwar gilt es bis jetzt noch als Mythos, dass regelmäßiges Shampoonieren das Bartwachstum beschleunigen kann, doch es ist sinnvoll, abgestorbene Zellen regelmäßig von der Haut zu waschen, um Irritationen vorzubeugen.

… und womit soll ich meinen Bart waschen?

Wichtig ist: Du darfst für deinen Bart auf keinen Fall handelsübliches Kopf-Shampoo nutzen, denn diese sind meistens zu aggressiv für deine empfindliche Gesichtshaut.

Ein Mensch hat von Natur aus zwischen 75.000 und 150.000 Haare auf dem Kopf. Deine Kopfhaut ist ein dicker, mit Haaren und Blutgefäßen übersäter Lappen. Sie hat die höchste Dichte an Haarfollikeln und Talgdrüsen deines gesamten Körpers.

Ein Vollbart zählt je nach Quelle jedoch nur zwischen 7.000 und 15.000 Haaren. Verglichen mit deiner Kopfhaut ist deine Gesichtshaut also ein wahres Fliegengewicht, da sie deutlich dünner und mit weniger Haaren besiedelt ist.

Deine Kopfhaut verträgt und braucht bei der Reinigung ein Shampoo, das starke Fettlöser, sogenannte Tenside, enthält – doch würdest du das gleiche Shampoo in deinem Gesicht anwenden, würdest du mit Kanonenkugeln auf Spatzen schießen. Ein Shampoo für die Kopfhaut ist viel zu aggressiv für dein Gesicht, selbst wenn du den Bart nur alle paar Tage wäschst, und wird deine Haut und Barthaare nur austrocknen. Die Folgen kennst du vermutlich schon: verknotete Haare, Bartschuppen, Juckreiz.

Nutze deshalb ein spezielles Bartshampoo von namhaften Unternehmen. Bloß nichts aus dem Drogeriemarkt, da die dort vermarkteten „Bartshampoos“ in der Regel nur Kopfshampoos in neuer Verpackung sind.

Bei vielen Bartträgern ist die sogenannte Aleppo-Seife besonders beliebt. Das ist eine Seife aus Olivenöl und Lorbeer, die ich jedoch aufgrund der fehlenden pH-Neutralität, relativ weit verbreiteten Allergien gegenüber Lorbeer und den Keim-erhaltenden Eigenschaften fester Seifestücke nicht empfehlen kann bzw. selber nicht nutze.

Ist Bartshampoo gleich Bartshampoo?

Klares Nein. Die meisten Bartshampoos nutzen sogenannte Sulfate als Fettlöser, beispielsweise den besonders beliebten Stoff Sodium Laureth Sulfate. Sulfate werden gerne genutzt, weil sie eine starke Schaumbildung ermöglichen und eine starke Reinigungswirkung haben. Jedoch haben sie durch Letztere meist eine ähnliche Wirkung wie ein herkömmliches Kopf-Shampoo, denn sie trocknen Haut und Haare stark aus.

Ich persönlich kann Bartshampoos mit Sulfaten nicht benutzen, ohne Bartschuppen oder ähnliche Beschwerden zu bekommen. Gute sulfatfreie Bartshampoos sind die Shampoos von beardbrand (klick mich!) oder Bulldog (klick mich!).*

Wie häufig darf ich meinen Bart waschen?

Es reicht vollkommen aus, wenn du deinen Bart einmal alle zwei bis drei Tage einem gründlichen Waschritual unterziehst. Seltener sollte du deinen Bart aus Hygienegründen nicht waschen, häufiger aus Hautgesundheitsgründen nicht. Die natürliche Schutzschicht deiner Haut braucht etwas Zeit, um sich vollständig zu regenerieren, deshalb ist es besser, den Bart nur alle paar Tage mit einem Shampoo zu waschen.

Für die Tage zwischen dem Shampoonieren reicht es, wenn du den Bart mit warmem Wasser wäschst, z.B. während dem Duschen.

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Von | 2017-07-12T19:09:07+00:00 12. Juli 2017|Bartpflege|6 Kommentare

About the Author:

Ich bin Kai, YouTuber und stolzer Bartträger seit ich 22 bin!

6 Kommentare

  1. maikkunze1990 14. Juli 2017 um 11:57 Uhr- Antworten

    Hallo Kai!

    Bei meinem derzeit benutzten Bartshampoo habe ich nach dem abspülen ein etwas strohiges Gefühl.
    Das Shampoo hat vernünftige, jedoch nicht überragende Inhaltsstoffe und befindet sich im unteren Preissegment.
    Wie ist deine Erfahrung mit den höherwertigen Varianten? Ist dieses „strohige“ Gefühl normal da es sich hierbei um meist natürliche und silikonfreie Inhaltsstoffe handelt oder geben dir andere Shampoos ein besseres Gefühl?

    Des weiteren stoße ich bei diversen Produkt-Kommentaren öfters auf die Kritik, das diverse Shampoos anscheinend nicht genug schäumen –
    nach meiner Erfahrung hat der Schaum zwar einen zusätzlichen reinigenden Effekt, ist jedoch nur ein „Zusatzeffekt“ der einfach unterbewusst vorausgesetzt wird damit das Produkt für uns auch funktioniert.
    Ich denke das ein Shampoo nicht schäumen muss um zu funktionieren – wie ist deine Erfahrung?

    • Kai 16. Juli 2017 um 22:34 Uhr- Antworten

      Hi Maik 🙂

      Ich weiß, was du meinst! Das ist bei Bartshampoos relativ normal. Das einzige Shampoo, bei dem ich kein strohiges Gefühl habe, ist das von beardbrand… aber nur in Kombination mit dem dazugehörigen Conditioner.

      Ja, das mit dem Schäumen wird häufig als Argument benutzt, um Sulfate zu verwenden. Ist in meinen Augen aber nicht so super wichtig..

      Liebe Grüße
      Kai

  2. maikkunze1990 25. Juli 2017 um 11:18 Uhr- Antworten

    Hallo Kai!
    Bietet sich ja gleich an: nimmst du ein Bartshampoo in dein neues Sortiment mit auf?

    Viele Grüße aus Berlin- Maik

    • Kai 25. Juli 2017 um 23:54 Uhr- Antworten

      Hi Maik 🙂
      Kann ich wohl machen… aber wird noch etwas dauern.
      Liebe Grüße
      Kai

  3. Martin Saligman 26. Oktober 2017 um 7:52 Uhr- Antworten

    Hey Kai,
    Muss man Bartpomade tatsächlich täglich auswaschen oder kann ich mit Bartpomade auch einen Waschrythmus von 2 bis 3 Tagen haben?

    Kann ich trotzdem ( trotzdem ich meinen Bart nicht mit Schampoo gewaschen habe ) am nächsten Morgen nochmal bartöl und oder Balm benutzen oder wird das alles zu Fett?

    Liebe Grüße und vielen Dank für deinen Blog
    Martin

    • Kai 26. Oktober 2017 um 20:32 Uhr- Antworten

      Lieber Martin,

      Ich mache das alle zwei bis drei Tage, bis jetzt ohne Probleme. Warmes Wasser sorgt dafür, dass Wachs weich wird. Deshalb… mach einfach mal 🙂 Wenn es nicht klappt, wirst du das schon merken.

      Herzliche Grüße
      Kai

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